Halloween in der Gärtnerei

31. Oktober, 14-17 Uhr

Süßes & Saures im Cafe – und vor allem viele Gargoyles!

Gargoyles – Die Wächter des Gartens

Sie blicken grimmig drein, erscheinen geheimnis voll und scheinen jeden Besucher aufmerksam zu mustern. Seit Jahrhunderten zählen Gargoyles zu den faszinierendsten Gestalten der europäischen Baukunst. Einst schmückten die dämonisch anmu tenden Wasserspeier Kirchen, Burgen und Schlösser. Dort erfüllten sie gleich zwei Aufgaben: Sie leiteten Regenwasser von den Fassaden weg und sollten nach altem Glauben zugleich böse Geister und dunkle Mächte fernhalten. 

Ihre Geschichte reicht weit zurück. Bereits im 6. Jahr hundert vor Christus kamen Wasserspeier zum Ein satz, beispielsweise als Abschluss eines Tonrohrs an der Traufrinne. Bei Regen sorgten sie dafür, dass das Wasser in einem Bogen vom Gebäude weggeleitet wurde und die Fassade möglichst trocken blieb. Im Laufe der Zeit entwickelte sich aus diesem prakti schen Bauelement eine kunstvoll gestaltete Figur mit Fratzengesicht, der zusätzlich eine schützende Bedeutung zugeschrieben wurde. 

Auch ihr Name verweist auf eine lange Tradition: Im Englischen spricht man vom „Gargoyle“, im Französischen von der „Gargouille“, während im Deutschen meist schlicht von einem Wasserspeier die Rede ist. Hinter den unterschiedlichen Bezeichnungen verbirgt sich jedoch stets die Verbindung aus praktischem Nutzen, fantasievoller Gestaltung und jahrhundertealtem Aberglauben. 

Längst haben die steinernen Gesellen ihren Weg von historischen Fassaden in unsere Gärten gefunden. Aus Ton oder Steinguss gefertigt, sitzen sie heute zwischen Gräsern und Farnen, auf Mauern oder an versteckten Plätzen. Mal erscheinen sie majestätisch, mal verspielt und manchmal ein wenig unheimlich – doch eines gelingt ihnen fast immer: Sie ziehen die Blicke auf sich. 

Besonders in naturnah gestalteten Gärten setzen die eigenwilligen Gestalten reizvolle Akzente. Überzieht sie mit der Zeit etwas Moos, rankt Efeu an ihnen empor oder bildet sich eine leichte Patina, scheinen sie zunehmend mit ihrer Umgebung zu verschmelzen. So entsteht schnell der Eindruck, als säßen sie schon seit vielen Jahren an ihrem Platz und hätten dort so manche Geschichte erlebt. Schön kommen sie zwischen schattigen Gehölzen, an einem ruhigen Rückzugsort oder als geheimnisvolle Begrüßung am Garteneingang zur Geltung. 

Und weil der Herbst nicht mehr weit entfernt ist, wartet schon bald eine weitere Aufgabe auf die steinernen Gesellen. Gemeinsam mit Kürbissen, Chrysanthemen, Heidepflanzen und stimmungsvollen Laternen schaffen sie rund um Halloween eine geheimnisvolle Atmosphäre. Besonders schaurig müssen sie dabei gar nicht sein – oft genügt bereits ihre markante Silhouette, um dem Garten eine au außergewöhnliche Note zu verleihen. Sie erinnern uns daran, dass ein Garten nicht nur ein Ort für Pflanzen sein muss, sondern auch Raum für Geschichten und Fantasie bieten darf.

Einmal mehr möchten wir unserem Gärtner Christoph Pachinger ein großes Danke für sein Engagement in unserer Gärtnerei ausrichten. Er stellt nicht nur alle Steinfiguren, sondern natürlich auch die Pflanzen zur Jahreszeit in seinem verantworteten Kalthaus immer sehr besonders in Szene. Ganz abgesehen von seiner Fachexpertise!

 

Gerade geschlossen