Blütenvielfalt für den Gaumen

Viele Blüten können Sie nach Herzenslust genießen. Auch wenn die essbaren Gänseblümchenblüten bereits verblüht sind, so wollen wir Ihnen hier auf die vielen Pflanzen aufmerksam machen, deren Blüten man gerade auch jetzt noch wunderbar verspeisen kann und ganz einfach frisch im Garten gepflückt werden können.

Seit ein paar Jahren gibt‘s wieder einen Trend im Garten, der allerdings so neu gar nicht ist: Kochen und Dekorieren mit Blüten. Schon im Altertum verwendeten die Griechen und Römer Blüten zum Kochen und auch im Mittelalter und im Barock verarbeitete man Blüten zu schmackhaften Gerichten und dekorierte die Speisen mit ihnen.

Eisbegonien – einmal nicht auf dem Grab, sondern am Salat?

Wenn man so recherchiert ist man verblüfft, welch alle Blüten verspeist werden können. Wobei der Fairness halber schon gesagt werden muss, nicht alles was essbar ist, schmeckt auch automatisch gut. Manche Blüten haben sogar gesundheitsfördernde Eigenschaften, wie eben das Gänseblümchen: Es gilt als stoffwechselanregendes Heilkraut und ist außerdem ein echter Blickfang. Auch Veilchen und Himmelschlüssel sind im Frühjahr mit Blüte verzehrbar. Löwenzahn wird gerne als Salat verwendet, auch hier ist zusätzlich sogar die Blüte essbar! Danach blüht schon bald der Holunder, Rosen und Lavendel.  Und dann die Sommerblumenklassiker Begonien, Dahlien, Taglilien, Yucca, Dufttagetes, Nelken, Ringelblume, Sonnenblume und Heliotrop. Auch die Blüten von Herbstaster und Chrysanthemen sind im Herbst noch verwendbar.

Auch gefüllte Begonienblüten sind essbar

Skeptiker können mit Kräuterblüten beginnen. Denken Sie zum Beispiel an Schnittlauchblüten, da kann ja nicht viel passieren. Aufs Butter- oder Schmalzbrot gestreut, schmeckten diese besonders gut. Oder Borretschblüten auf dem Salat oder in kalter Gurkensuppe – eine wunderbare Augenweide und auch geschmacklich ein Gewinn! Vergleichbar mit der wohl bekanntesten essbaren Blütenpflanze – der Kapuzinerkresse. Hier werden ja Blatt und Blüte verwendet. Aber auch Basilikum- und Salbeiblüten sind zum Probieren geeignet.

Dahlienblüten umrankt vom Madeira-Wein, deren Blätter wunderbar saftig nach Erbsen schmeckt!

Vor allem in Südtirol bekannt sind Holler- und Akazienkrapfen, wo die Blüten der betreffenden Bäume in Palatschinkenteig getaucht heraus gebacken werden, ebenso wie die Blüten der Zucchini, diese kann man aber auch pikant füllen.

Die Blütenblätter von Dahlien und Taglilien schmecken knackig mit gewisser Schärfe und werten einen Sommersalat erst so richtig auf. Auch die Blüten von Fuchsie, Indianernessel, Löwenmaul und Cosmea  sind genießbar.

Wie gesagt sind Schnittlauchblüten essbar, aber auch die Blüten aller Lauchgewächse! So haben Sie im Frühjahr weiße Blüten vom Bärlauch, später lilafarbene vom Schnittlauch, gelbe, weiße und lilafarbene vom Zierlauch, eventuell noch welche von der Winterheckenzwiebel und von ausgewachsenen Zwiebeln, die allesamt gut auf Salate und Brote passen.
Viele Blüten kann man trocknen und als Tee einzeln oder gemischt aufbrühen: Duftveilchen, Stockrosen, Rosen, Kornblumen, Ringelblumen, Löwenzahn, Frauenmantel, Blüten von Orangen, Königskerze, Lavendel, Primeln, Äpfel, Pfirsiche, Kirschen, Löwenzahn, Nachtkerze und Schafgarbe um nur einige zu nennen. Je nach Jahreszeit verwendet man diese frisch oder getrocknet, auch möglich zu verschiedensten Teemischungen.

Essbare Blüten erntet man am besten morgens, wenn der Tau getrocknet ist und die Blüten noch nicht in der prallen Sonne stehen. Achten Sie darauf, dass Sie nur Blüten von ungespritzten Pflanzen sammeln, am besten aus dem eigenen Garten oder von Wiesen, die nicht neben Spazierwegen, viel befahrenen Straßen oder landwirtschaftlich genutzten Flächen liegen. Das Sammelgut sollte nicht unbedingt gewaschen werden, da sonst ätherische Öle verloren gehen. Daher ist es günstig, ein bis zwei Tage nach einem Regen zu ernten, dann sind die Blüten sauber.

Schön & Gesund – Kapuzinerkresse

Manche lieben sie aufgrund ihres Aussehens, andere wegen ihrem Geschmack. Auch wenn sie eher als Zierpflanze in unseren heimischen Gärten verbreitet ist, so kommt sie doch immer öfter auch auf den Teller. Denn die Blüten, Blätter und Früchte der Kapuzinerkresse sind essbar, und gesund noch dazu.
Verwendbar ist Sie als einjährige Kletter- und Hängepflanze, wobei sie sich gerne an jemandem festhält. An und für sich sehr einfach in der Kultur. Entsprechendes Wässern und düngen vorausgesetzt. Der Saft der Kapuzinerkresse hat übrigens desinfizierende und wundheilende Eigenschaften, außerdem hat die Pflanze einen hohen Vitamin C Gehalt. Das erfrischend scharfe Aroma passt gut zu Kräutertopfen, Salaten und Nudelgerichten.

Essbare Knospen

Kapernsträucher sind auch als wärmeliebende Kübelpflanzen bei uns zu halten und bezaubern mit wahnsinnig schönen Blüten. Bevor diese jedoch Aufblühen können diese abgeerntet und verspeist werden. Vor allem in italienischen Gerichten finden diese sodann Verwendung.

Die Artischocke ist im Beet eine Strukturpflanze mit mächtiger Statur. Ein Gemüse, das nur durch ihr Aussehen die Blicke auf sich zieht. Pflanzen Sie es zum Beispiel auch als Rosenbegleiter oder Solitär ins Staudenbeet. Wenn dann im Herbst die Blüten folgen können Sie immer noch entscheiden, ob Sie diese vor dem Aufblühen abernten oder nicht!

Palmlilien – Kulinarisches aus dem Staudenbeet

Oft zu sehen in Vor- und Ziergärten, aber sicher nicht so oft auf dem Teller sind die essbaren Blüten von Yucca filamentosa, der bei uns einzig winterharten Yucca-Art. Es empfiehlt sich, diese roh zu essen, da sie durchs Erhitzen einen bitteren Beigeschmack erhalten. Im Vergleich zu manch anderen essbaren Blüten hinterlässt die Yuccablüte roh verzehrt kein Kratzen im Hals – neben der edlen Optik in der Salatschüssel und dem milden Geschmack sicher ein deutlicher Pluspunkt.

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