Augenweide & Gaumenfreude – Zitruspflanzen begeistern doppelt

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Zitruspflanzen selbst gepflückt

Zitruspflanzen zaubern schnell das Gefühl mediterranen oder sogar tropischen Ambientes. Nicht zuletzt deshalb wurden diese bereits vor einigen hundert Jahren aus aller Herren Länder gesammelt und in extra dafür gebauten Orangerien zur Schau gestellt. Wir müssen keine langen gefährlichen Reisen mehr auf uns nehmen, um diese wertvollen Pflanzen zu ergattern. Besuchen Sie uns einfach mal wieder!

Und doch sollte man als Gärtner zu allererst prüfen, ob man überhaupt einen geeigneten Platz für diese Pflanzengruppe zur Verfügung hat. Im Sommer ist dieser ja schnell gefunden – bevorzugen diese doch einen sehr sonnigen Platz. Bedenken Sie aber auch den Winter. Die meisten Arten eignen sich nämlich nicht fürs warme Wohnzimmer, sondern für kühle Bereiche bei 2-15°C, die noch dazu sehr hell sind – also meist Wintergarten oder temperiertes Glashaus.

Für Zitruspflanzen lohnt es sich Geduld zu üben, einzulesen, vor zu sorgen und erst dann mit der Sammlerleidenschaft loszulegen. Es braucht halt neben dem richtigen Standort ein Gefühl zur richtigen Wassermenge, zum richtigen Rückschnitt und der richtigen Wahl der Erde und des Düngers.

Gerade beim Gießen ist Vorsicht angesagt – besonders im Winter. Weniger ist hier oft mehr. Beobachten Sie die Witterung und kalkulieren Sie Temperatur, Lichtverhältnisse und nicht zuletzt die Größe der Pflanze im Verhältnis zum Topf mit ein. Verwenden Sie kein zu weiches Wasser (Regenwasser), da Zitruspflanzen durchaus auch Kalk benötigen! Mittelhartes Wasser ist ideal. Wenn sie außerdem einen sauer wirkenden Flüssigdünger verwenden, so haben Sie auch den ph-Wert im Boden im Griff (dieser steigt durch das mittelharte Wasser).

Verwenden Sie zusätzlich zur Gärtnererde auch Blähton. Bedenken Sie, daß alle Zitruspflanzen aus südländischen Baumschulen zu uns kommen und dort auch ein anderes Substrat-Wasser-Verhältnis vorherrscht. Eine Anpassung an unsere Gegebenheiten ist für den Erfolg äußerst wichtig. Gerne pflanzen wir Ihren Zitrus auch vor Ort in die richtige Erde bzw. einen richtig schönen Topf.

Am 2. Juli gibt’s übrigens einen Vortrag zum Thema „Faszination Zitruspflanzen“ – nähere Informationen hier.

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Orangen

Orangen werden seit etwa 2000 Jahren in China kultiviert. Im 15.Jahrhundert gelangten die ersten süßen Apfelsinen (sinngemäß: Apfel aus China) durch portugiesische Seefahrer nach Europa. Orangen werden in 4 Gruppen eingeteilt: Navelorangen zum Frischverzehr, Blondorangen zum Saftmachen, Pigmentierte Orangen (Blut- und Halbblutorangen und Säurefreie Orangen.

Blutorange – Citrus sinensis „Tarocco“ Die Verfärbung der Schale und des Fruchtfleisches kommt durch die Temperaturunterschiede von Tag und Nacht zustande. Blutorangen werden im Vergleich zu vielen anderen Orangensorten erst relativ spät geerntet. Die Sorte „Tarocco“ zählt zu den besten Blutorangen und hat den höchsten Vitamin C Gehalt aller Zitrusfrüchte! Sie hat ihren Ursprung auf Sizilien. „Tarocco“ reift bereits ab Januar, sollte aber später geerntet werden, weil ihr besonderes süßes Aroma dadurch deutlich intensiver wird. Die für diese Gruppe relativ große, tieforange Frucht ist leicht schälbar, hat einen dünne Schale, wenig Kerne und das Fruchtfleisch reift leicht rötlich aus.

Blutorange – Citrus sinensis „Sanguinello“ Je nach Sorte kann die Fruchtfleischfarbe von golden bis rubinrot variieren. Die Sorte „Sanguinello“ hat ihren Ursprung auf Sizilien und war lange Zeit die wichtigste Blutorangensorte der Insel. Die Reifezeit beginnt ab Ende Januar. Je später der Erntezeitpunkt, desto intensiver wird das Aroma. Das meist kernlose Fruchtfleisch ist zu Beginn der Saison rötlich marmoriert und färbt sich im Laufe der Saison tief dunkelrot. Auch die dünne Schale dieser etwas schwachwüchsigen Sorte verfärbt sich während der Reife hin zu einem tieforangen Rotton. Leider ist diese Sorte kaum mehr im Handel erhältlich.

Blutorange – Citrus sinensis „Moro“ Die Sorte „Moro“ ist auf Sizilien altbewährt. Sie wird unweit des Vulkans Ätna für den Handel angebaut und hat mittlerweile einen hohen Exportanteil erreicht. „Moro“ reift relativ früh (ab Mitte Dezember), sollte aber erst ab Mitte Januar geerntet werden. So sinkt der Säuregehalt und ihr hervorragendes, leicht säuerliches Aroma wird intensiver. „Moro“- Orangen werden auch als Saftorangen verwendet, da sie zu einem Drittel aus Saft bestehen.

Orange – Citrus sinensis „Calabrese“ Diese Orangensorte zählt zu der Gruppe der Blondorangen und ist eine spätreifende Süßorange. Sie stammt ursprünglich aus Kalabrien und bildet eine leicht ovale Frucht. Reichlich duftende Blüten im späten Frühjahr ergeben eine Ernte erst ab Anfang bis Mitte des darauffolgenden Jahres; deshalb wird sie auch oft als Sommerorange bezeichnet. Das meist kernlose Fruchtfleisch ist gelborange, sehr saftig und aromatisch.

Orange – Citrus sinensis „Valencia“ „Valencia“ ist eine starkwachsende, spätreifende und saftreiche, mittelgroße Rundorange. Die Schale haftet fest am Fruchtfleisch, ist aber gut schälbar. Das gelbfleischige Fruchtfleisch enthält sehr wenige bis keine Kerne. Sie blüht im späten Frühjahr und die Ernte ist meist erst im darauffolgenden Sommerhalbjahr. Ihr Geschmack ist sehr aromatisch und ihr Zuckergehalt ist wesentlich höher als bei anderen Sorten. Deshalb wird sie auch als die „Königin der Saftorangen“ bezeichnet.

Navelorange – Citrus sinensis „Washington Navel“ Das typische Erkennungsmerkmal dieser Orangengruppe ist ihre Ausbuchtung am Schalenende, die das Vorhandensein einer Tochterfrucht anzeigt. Je größer und tiefer die Einbuchtung, desto süßer die Orange. Diese Gruppe ist ideal zum Frischverzehr geeignet und eignet sich weniger zum Saftpressen, da die Tochterfrucht einen Bitterstoff (Limonin) enthält und somit den Saft etwas bitter werden lässt. „Washington Navel“ ist weltweit die bekannteste und wichtigste Speisesorte. Die Erntezeit beginnt bereits ab November und kann bis Februar dauern. Die großen und kernlosen Früchte haben ein festes orangefarbenes Fruchtfleisch, das sehr saftig, kräftig – aromatisch und von herausragender Süße ist. Die Sorte ist leicht schälbar und von guter Lagerfähigkeit.

Navelorange – Citrus sinensis „Navelina“ Die alte Kultursorte „Navelina“ ist frühreifend und eher schwach wachsend. Ihr festes Fruchtfleisch ist meist kernlos. Sie zeichnet sich durch einen hervorragenden, sanften und milden Geschmack aus. Ihre glatte Schale ist leicht schälbar. „Navelina“ ist kältetoleranter und auch krankheitsresistenter als ihre berühmte Schwester „Washington Navel“.

Rote Vanilleorange – Citrus sinensis „Vaniglia sanguigno“ Diese Orangensorte zählt zu der Gruppe der bei uns relativ unbekannten, säurefreien Orangen, d.h. ihr Zuckergehalt ist um ein vielfaches höher als bei den anderen Orangengruppen. Bedingt durch den niedrigen Säuregehalt sind sie sehr süß und mild und schmecken auf Anhieb relativ fade, allerdings findet man mit der Zeit doch Gefallen an diesem besonderen Aroma. „Vaniglia sanguigno“ ist eine alte italienische Zuckerorangensorte. Ihr leichter Geschmack nach Vanille ist unverwechselbar. Die starkwüchsige und reichtragende Sorte reift bereits ab November und ist trotz rosaroter Färbung des Fruchtfleisches keine Blut- oder Halbblutorange. Die kleinen Früchte sind meist mit Kernen und bleiben lange am Baum.

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Gefurchte Pomeranze – Citrus aurantium canaliculata Die Pomeranze wird als Urform der Orangen bezeichnet und ist eine Hybride aus der Mandarine und einer Pampelmuse. Diese Art der Pomeranze zeichnet sich durch ihr skurriles Aussehen aus. Mit einer Vielzahl kleiner weißer Blüten im Frühjahr duftet sie stark und selbst der Duft der Blätter ist unverwechselbar. Die Schale der reifen Frucht ist höckerig und meist schwer schälbar. Die samenreiche Frucht ist sehr sauer und saftig und hat eine gewisse bittere Note. Genau diese Kombination und ihr einmaliges Aroma sind bei vielen Menschen sehr beliebt. Die Früchte halten sich sehr lange am Baum und können auch noch spät geerntet werden oder auch als Zierde am Baum bleiben.

Bitterorange „Chinotto“ – Citrus myrtifolia Die Chinotto gehört zu den Pomeranzen und ist gut erkennbar an ihrem kompaktem Wuchs und den spitz zulaufenden, fast dreieckigen kleinen Blättern. Im Frühjahr und auch im Herbst verströmen die zahlreichen Blüten einen süßlich-herben Duft. Chinottos sind reich tragend, möchte man allerdings große Früchte, so empfiehlt es sich, die Pflanze teilweise zu entfruchten. Die orangenfarbenen Früchte bleiben sehr lange an der Pflanze, sind deutlich kleiner als Orangen und entwickeln eine dicke Schale. Das saftige Fruchtfleisch schmeckt bitter und ist samenreich.Seit einigen Jahren findet man im Handel viele aus Chinotto hergestellte Getränke, die als erfrischender Aperitif gerne in Bars angeboten werden. Außerdem finden diese Früchte Verwendung als kandierte oder glasierte Früchte und vor allem auch in Marmelade.

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Buntlaubige Orange – Citrus sinensis variegata Diese Orangensorte ist bei Orangenliebhabern ein absolutes Muss. Kommerziell wird diese Sorte kaum angebaut, aber wegen ihres hohen Zierwertes ist diese Art bei Sammlern sehr begehrt. Panaschierte Orangen gefallen durch ihr buntes Laub und vor allem durch ihre grünen, weißlich gelb gestreiften länglichen oder ovalen Früchte. Ab März/April beginnt sie zu blühen und der Kontrast der weißen Blüten zum panschierten Laub ist sehr dekorativ. Im reifen Zustand färben die Früchte von gelb zu orange.

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Zitronen

Für den Zitruspflanzen-Einsteiger empfehlen wir vorerst immer die Zitrone. Diese Gruppe ist im Kübel robuster als Orangen, Mandarinen oder Grapefruits. Außerdem blühen und fruchten diese mehrmals und ohne Zyklus und sind daher insgesamt betrachtet dankbarer!

Meyerzitrone – Citrus meyeri Diese Zitrusart stammt aus China und wurde Anfang des 20.Jahrhunderts erstmals in die USA eingeführt. Ihren Namen verdankt sie ihrem Entdecker Frank Meyer. Es handelt sich wahrscheinlich um eine Hybride zwischen Orange oder Mandarine und einer Zitrone. Diese kompaktwachsende, nahezu dornlose Sorte zeichnet sich durch ihren milden, leicht säuerlichen Geschmack aus und wird deshalb auch gerne als Süßzitrone bezeichnet. Meyerzitronen können das ganze Jahr über blühen und verströmen mit ihren weißen Blüten einen angenehmen leichten Zitrusduft. Sie bilden mittelgroße, sehr saftreiche und fast kernlose Früchte aus. Im reifen Zustand färbt sich die Frucht goldorangefarben. Aufgrund der sehr glatten und dünnen Schale sind die Früchte nicht gut zu transportieren und folglich auch nicht im Handel erhältlich. Süßzitronen-Früchte sind daher etwas ganz Besonderes. Ihr unverwechselbarer Geschmack und die milde Säure des Saftes eignen sie sich vor allem für Desserts, Marmelade und zum Backen. Besonders lecker sind auch Eiswürfel aus dem frisch gepressten Saft der Süßzitrone.

Rote Zitrone – Citrus limon „Rosso“ Diese eher unbekannte Sorte war lange nur in der Sammlung von Liebhabern zu finden. Sie ist durch ihre teilweise sehr intensive Rotfärbung ein echter Hingucker. Aufgrund der etwas raueren Schale vermutet man, dass bei der Entstehung dieser Sorte auch Citrus medica (Zitronatzitrone ) beteiligt war. Der Wuchs der roten Zitronen ist gedrungener und kompakter als bei den normalen Zitronen. Die weiß-violetten Blüten verströmen vor allem im Frühjahr zur Hauptblüte einen süßen und intensiven Duft. Durch die Temperaturunterschiede von Tag und Nacht färben sich die erst dunkelgelben Früchte im Herbst/Winter hellrot bis dunkelrot ein. Auch das Fruchtfleisch wird zuweilen rötlich. Aufgrund der dickeren Schale ist die rote Zitrone gut zum Kandieren geeignet, aber auch als Saft, zum Backen oder Kochen vielseitig verwendbar.

Zitronatzitrone – Citrus medica Diese „Ur-Zitrone“ war ursprünglich in Südostasien beheimatet und fand über Persien als erste Zitrusfrucht ihren Weg zu uns nach Europa. Der Artname ‘Medica’ bezieht sich nicht etwa auf den Einsatz der Früchte in der Medizin, sondern vielmehr auf das damalige Verbreitungsgebiet ‚Medien‘, dem nordwestlichen Teil des Iran (ehem. Persien). Der intensive Duft erinnert an Zedern, deshalb wird sie auch Zedratzitrone genannt. In den großen Religionen haben diese Früchte einen starken Symbolcharakter. Die Früchte können bei manchen Sorten zu einer stattlichen Größe heranreifen und bis zu 25 cm große Früchte mit einem Gewicht von 3-4 kg bilden. Die großen und stark duftenden Blüten entwickeln sich von Ende März bis in den Herbst hinein. Zedratzitrone sind schnell wachsende, meist sehr unregelmäßige bedornte Pflanzen. Sie bilden sehr wenig Fruchtfleisch aus – typisch für diese Art ist dagegen das stark ausgebildete Mesokarp (Albedo).Die Früchte schmecken bitter bzw. sauer – manche Sorten schmecken aber auch nach Apfel oder Orange. Die kandierte Schale der Zitronatzitrone kennt man als Zitronat, das vor allem beim Backen Verwendung findet. Sie werden auch als Konfitüre, für Liköre und auch in der Parfümherstellung verwendet.

Historische Volkamerzitrone – Citrus volkameriana Bei dieser Art handelt es sich wahrscheinlich um eine Hybride zwischen einer Zitrone und einer Bitterorange, die Ihren Ursprung in Indien hat. Ihren Namen verdankt sie dem Nürnberger Hobbybotaniker Johann Christoph Volkamer, der im frühen 18. Jahrhundert die Nürnberger Hesperidengärten beschrieb. Die kräftig aufrecht wachsenden Pflanzen wirken robuster als Zitronen, sind leicht bedornt und haben eine Kältetoleranz von bis zu -6° Celsius. Aufgrund der Robustheit dieser Art wird sie vor allem als Veredelungsunterlage verwendet. Der Neuaustrieb und auch die Blütenknospen sind meist leicht violett gefärbt. Die Früchte dieser historischen Sorte sind mittelgroß und kugelig, kernreich und der reichliche Saft ist sehr sauer. Aufgrund des hohen Säuregehalts benötigt man beim Backen oder bei der Herstellung eines Desserts meist etwas weniger Saft als angegeben.

Birnenförmige Zitrone – Citrus limon pyriformis Diese sehr alte Sorte war bereits im 17.Jahrhundert in den Medicigärten zu finden. Im Vergleich zu den normalen Zitronen wächst die birnenförmige Zitrone etwas kompakter. Die weißen Blüten verströmen im Frühjahr zur Hauptblüte einen süßen Duft. Die hellgelben Früchte bilden einen deutlichen verlängerten Halsansatz im oberen Fruchtteil. Der untere Fruchtteil hingegen hat eine abgeflachte Spitze, so dass die Früchte eine birnenförmige Form bekommen. Sie verleiht Cocktails oder Gerichten eine besonders belebende Note. Aus den saftreichen und kernarmen Früchten kann auch ein saurer und sehr erfrischender Saft gepresst werden.

Buddhas Hand – Citrus medica var. sarcodactylis Diese skurril aussehende Besonderheit stammt ursprünglich aus Südostasien. Aus ihren violetten und weißen Blüten entwickeln sich bizarre Früchte, die an eine wulstige Hand mit abstehenden Fingern erinnern. Die Früchte werden in buddhistischen Zeremonien als Opfergaben dargebracht und am chinesischen Neujahrstag als Glücksbringer verschenkt. Die Hauptblütezeit dieser schwachwüchsigen, aber dicktriebigen Art ist im Frühjahr, allerdings können sich während des Jahres immer wieder neue Blüten bilden. So können sich gleichzeitig an einer Pflanze Blüten und Früchte entwickeln. Die Haupterntezeit ist im November und Dezember. Die kräftig gelben Früchte verströmen einen lieblichen Zitronenduft. Sie bilden kein Fruchtfleisch und somit auch keinen Saft, sondern ausschließlich ein weißes Mesokarp (Albedo). Seit einigen Jahren haben Spitzenköche die Buddhas Hand für sich entdeckt und deshalb zählt sie mittlerweile zu den teuersten Zitrusfrüchten (der Welt) überhaupt. 20 bis 30 € pro Frucht sind keine Seltenheit, so dass sie hierzulande niemand ohne Vorbestellung auf Lager hat. Egal ob für pikante Speisen oder Salate, sie verleiht ein unglaubliches und fantastisches Aroma.

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Buntlaubige Zitrone – Citrus variegata Diese Zitronensorte ist bei Zitrusliebhabern ein absolutes Muss. Kommerziell wird diese Sorte kaum angebaut, aber wegen ihres hohen Zierwertes ist diese Art bei Sammlern sehr begehrt. Panaschierte Zitronen gefallen durch ihr buntes Laub und vor allem durch ihre grünen, weißlich-gelb gestreiften Früchte. Ab März/April beginnt sie zu blühen und der Kontrast der weißen Blüten zum panaschierten Laub ist sehr dekorativ. Im reifen Zustand färben sich die Früchte von gelb zu orangefarben. Der Saft ist verblüffend zart und vollmundig. Der zarte Geschmack verleiht beim Kochen und Backen den Speisen eine besondere Note.

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Limetten

Der Begriff „Limette“ bedeutet „kleine Zitrone“

Caipirinha-Limette – Citrus latifolia Diese Limettenart wird auch als „gewöhnliche“ oder „persische“ bzw. „Tahiti-Limette“ bezeichnet. Sie stammt wie die meisten Limettenarten aus den subtropischen und tropischen Regionen. Die im Moment wohl bekannteste Sorte ist die „Lima Verde“. Im Frühjahr entwickelt sie zahlreiche weiße und vor allem intensiv duftende Blüten. Nach einer kurzen Reifezeit von ca. 6 bis 7 Monaten ist eine zuverlässige Ernte. Die Frucht der Caipi-Limette hat ein saures, saftiges Aroma und eine relativ dünne Schale. Ihre Blätter sind mit zahlreichen Öldrüsen gefüllt, die beim Zerreiben zwischen den Fingern einen wunderbaren und intensiven Duft verströmen. Die Früchte sind nahezu kernlos und bedingt durch die relativ dünne Schale nur schwer schälbar. In tropischen Anbaugebieten bleibt die Schale grün, bei uns reift sie wegen dem Temperaturwechsel von Tag und Nacht meist gelb aus. Man erntet allerdings die Früchte im grünen Zustand. Wegen ihres milden und limettentypischen Aromas wird sie nicht nur als Geschmacksgeber für viele Cocktails, sondern auch gerne als Essigersatz bei Salaten verwendet. Diese Limette ist eine Hauptzutat der beliebten Cocktails Caipirinha und Mojito.

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Kaffir-Limette – Citrus hystrix Die Kaffir-Limette stammt ursprünglich aus Südostasien, sie ist auch als „Papeda“ bekannt. Ihre Blüten duften im Frühjahr köstlich. Der Vorteil dieser Limettenart besteht darin, dass nicht nur die Früchte und Fruchtschalen, sondern sogar die Blätter essbar sind. Die Blätter der Kaffir-Limette sind in der asiatischen Küche ein absolutes Muss – eine der wichtigsten Zutaten überhaupt. Blätter und Früchte sind stark aromatisch und haben einen ganz eigenen, intensiven Zitronengeschmack. Aus der Schale wird das berühmte Kaffirlimtettenöl zur Parfümherstellung gewonnen. Reibt man sich die Haut mit der ölreichen Schale ein, so vertreibt der Duft Ungeziefer wie Mücken und Flöhe. Das Fruchtfleisch ist vergleichsweise saftarm, aber sehr aromatisch im Geschmack. Der Saft ist für Erfrischungsgetränke und Cocktails sehr gut geeignet. Die Blätter werden wie Lorbeerblätter mit den Speisen mit gekocht und verleihen Gerichten so ein pikantes, zitronenartiges und fruchtiges Aroma. Die in dünne Streifen geschnittenen Blätter finden sich im beliebten Thai Curry.

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Kaviar-Limette – Microcitrus australasica Diese relativ junge Limettenart wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts in Australien entdeckt. Ihre limettenuntypische Form erinnert an einen Finger (wird daher auch als australische Fingerlimette bezeichnet) bzw. das perlenartige Fruchtfleisch an die Konsistenz von Kaviar. Die kleinen Blüten verströmen im Frühjahr einen leichten Duft und die einzelnen Sorten können mitunter stark bedornt sein. Je nach Sorte färbt sich die Schale hellgrün, gelb, orange oder auch rot aus. Die Ernte- bzw. Reifezeit ist ja nach Sorte von Januar bis März. Die Früchte können sogar 1 bis 2 Wochen im Kühlschrank gelagert werden. Das Fruchtfleisch besteht aus saftigen, kleinen Kügelchen (ähnlich wie Kaviarperlen), die beim Zerbeißen im Mund regelrecht „zerplatzen“ und einen prickelnden, spritzigen Limetten-Zitronengeschmack hervorbringen – ein unfassbares Geschmackserlebnis! Dieses außergewöhnliche Fruchtfleisch passt anstelle von Zitrus- oder Limettensaft sehr gut für Salate oder Sushi und gibt Prosecco und Cocktails eine eigene frische Note. Es ist eine geschmackliche Bereicherung für Süßspeisen aller Art, Soßen und verschiedene Fischgerichte

Limequat – Citrus x floridana Diese Limettenart ist eine Hybride aus der Kreuzung zwischen der sauren, echten Limette (C. aurantiifolia) und der Kumquat (Fortunella margarita). Im Frühjahr entwickelt sie zahlreiche weiße und intensiv duftende Blüten. Nach der kurzen Reifezeit von ca. 6 bis 7 Monaten ist eine zuverlässige Ernte zu erwarten. Die Limequat ist kältetoleranter als andere Limettenarten und ist leicht bedornt. Die Frucht hat ein erfrischendes und saftiges Fruchtfleisch mit süßem Aroma. Diese Limettenart ist vielseitig verwendbar, als Geschmacksgeber für Drinks oder auch als Essigersatz bei Salaten. Aus dieser Sorte wird auch das saudi-arabische Gewürz Loomi gewonnen. Es wird für Lamm-, Huhn- und Reisgerichte verwendet. Hierzu werden reife Limetten in Salzwasser gekocht und in der Sonne getrocknet.

Mandarinen-Limette – Citrus limonia „Osbeck“ Die Mandarinen-Limette stammt aus dem tropischen Asien und wird auch asl „Rangpur-Limette“ oder „Lemandarin“ bezeichnet. Die Hauptblüte im Frühjahr bringt zahlreiche, weiße intensiv duftende Blüten mit einem angenehmen Duft hervor. Im Sommer entstehen weitere Nachblüten – deshalb sind gleichzeitig unterschiedliche reife Früchte an einer Pflanze. Die Fruchtform dieser Limettenart ist vergleichbar mit Mandarinen, reift auch orange aus und das Fruchtfleisch der Mandarinen-Limette liegt nicht eng an, ist also leicht schälbar. Die samenreiche Frucht verströmt beim Reiben einen Duftmix aus Zitrone, Bergamotte und Limette. Das facettenreiche Aroma reicht von süß über sauer bis zu bitter. Der Fruchtsaft ist angenehm sauer und hat ein erfrischendes Aroma. Er wird daher gerne für Cocktails und zum Würzen für Soßen verwendet.

Mexikanische Limette – Citrus aurantiifolia Diese reichfruchtende Limettenart mit ihrem sauren limettentypischen Aroma stammt aus den tropischen Regionen Südostasiens. Sie wird auch als „echte“ oder „Saure Limette“ bezeichnet. Bekannte Sorten sind „Key Lime“ oder „La Valette“. Die Frucht ist kleiner als die Frucht der gewöhnlichen Limette (Citrus latifolia), enthält viele Samen bzw. Kerne und hat eine dünne Schalenhaut. Die Pflanze selbst ist leicht bedornt. Im Frühjahr entwickelt sie zahlreiche weiße und vor allem intensiv duftende Blüten. Aufgrund der kurzen Reifezeit von ca. 6 bis 7 Monaten ist eine zuverlässige Ernte zu erwarten. Die mexikanische Limette ist eine unentbehrliche Zutat für viele Cocktails, z. B. den Key Lime Martini und den berühmten Key Lime Pie.

Pursha-Limette – Citrus limetta „Pursha“ Die Pursha-Limette stammt aus dem tropischen Asien, sie ist eine beliebte, robuste und anspruchslose Sorte. Die Hauptblüte im Frühjahr bringt zahlreiche weiße Blüten mit einem angenehmen intensiven Duft. Diese Limettenart blüht auch noch im Sommer gut nach. So können an einer Pflanze durchaus gleichzeitig Früchte mit sehr unterschiedlichen Reifestadien gefunden werden. Die Früchte der Pursha-Limette sind flachrund wie Mandarinen, das leicht schälbare Fruchtfleisch liegt nicht eng an. Der Fruchtsaft dieser Limette ist angenehm sauer und die hellgelbe Schale eignet sich sehr gut zum Würzen. Der Saft wird für Erfrischungsgetränke und für Cocktails verwendet.

Römische Limette – Citrus limetta „Romana“ Die „römische“ bzw. „süße Limette“ stammt aus dem tropischen Asien und wird auch als Limette „Dolce Romana“ oder „Marakesch-Limette“ bezeichnet. Entgegen ihres Namens „süße Limette“ hat sie ein besonders mildes und leicht säuerliches, vor allem aber ein sehr erfrischendes Aroma. Im späten Frühjahr entwickelt sie zahlreiche, weiße und vor allem intensive duftende Blüten. Die römische Limette blüht auch im Sommer noch gut nach. So können an einer Pflanze gleichzeitig Früchte mit sehr unterschiedlichen Reifestadien gefunden werden. Diese Limettenart erkennt man an der flach-runden Frucht, mit einer charakteristischen ringförmigen Einschnürung und einem leichten Höcker bzw. einer eingedrückten Fruchtspitze an der Fruchtbasis.Das leicht süßliche und saftig milde Fruchtfleisch mit leichter säure hat wenige Kerne und der der Saft eignet sich gut für Erfrischungsgetränke. Die leicht schälbare Schale ist herb – aromatisch mit einem intensiven Limetten – und Zitronenduft und wird deshalb auch gerne zum Würzen verwendet. In italienischen Hausrezepten wird die Römische Limette häufig für den bekannten Likör „Limoncello“ verwendet.

„Winterharte“ Zitrus

Immer wieder werden wir nach winterharten Zitrusarten gefragt. Hier hat sich in den letzten Jahren nur eine Art als geeignet für Oberösterreich herausgestellt – die sogenannte Bitterorange, auch Dreiblättrige Orange genannt – Poncirus trifoliata.

Eine besonders harte Auslese wurde 2015 unter dem Namen „Passauer Goldpomeranze“ aus der Taufe gehoben. Die gelborangen Früchte sind nicht nur schön anzuschauen, sondern auch essbar – jedoch nicht pur, dafür sind sie viel zu sauer. Für die Zubereitung kulinarischer Genüsse ist sie trotzdem geeignet! Dazu zählen „Knuspriger Poncirus-Nougat“ und „Poncirus-Trüffel“ oder auch der „Poncirus-Sirup für Sektaufguss“.

Bei der Pflanzung sollte man darauf achten, dass der Busch sonnig und windgeschützt steht. Die Südfassade sorgt hier für ein günstiges Kleinklima. Die Pflanze selbst ist jederzeit ein Blickfang – die Schönheit der Blüten, die Herbstfärbung als auch die winterliche Dornenwehr. Nahe an der Terrasse verwandelt die duftende Pflanze ihre Umgebung in einen südlichen Garten.

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Passauer Goldpomeranze

Die Bitterorange ‚Passau‘ gehört zur Familie der Rutaceae. Die Pflanzen sind sehr robust und widerstandsfähig – kein Wunder, da sie ursprünglich im Himalaya beheimatet sind. Poncirus trifoliata ist laubabwerfend und in den meisten Regionen Österreichs gut winterhart. Ausgepflanzt übersteht sie auch längere Frostperioden von unter -15 Grad Celsius. Im Winter sollte man den Wurzelhals durch Laub und den Stamm durch Fichtenzweige oder eine Bastmatte schützen.

Am besten gedeiht diese an einem windgeschützten und sonnigen Standort. Sorgen Sie für einen durchlässigen Boden und vermeiden Sie Staunässe. Poncirus ist auch im Sommer sehr gut schnittverträglich.

Die Blüten von Poncirus trifoliata „Passau“ duften wunderbar nach Orange. Die Früchte, die bitter aromatisch schmecken, färben sich im Herbst gelblich/orange aus. Sie werden in der feinen Pâtisserie-, Konfitüren- und Likörherstellung verwendet und so zu echten kulinarischen Delikatessen.

In der Stadt Passau gab es über Jahrhunderte eine große Tradition in allen Bereichen der europäischen Gartenkultur. Die Zucht von Zitronen, Orangen und Pomeranzen ist ab 1554 wissenschaftlich nachweisbar im Hofgarten in Hacklberg. Die Kultivierung von Zitrusfrüchten ist seit 2010 Teil des Leitbildes der Stadtgärtnerei Passau, dazu wurden an klimatisch begünstigen Stellen im Passauer Stadtgebiet zehn Poncirus ausgesetzt, welche gut wintertauglich sind und seit Jahren reichlich goldene Früchte tragen.

 

 

Ein Kommentar zu “Augenweide & Gaumenfreude – Zitruspflanzen begeistern doppelt

  1. Über die Haltung von Zitruspflanzen wird immer wieder geschrieben,das sie für die Überwinterung so um die 7-10 Grad brauchen.Ich habe 5 verschieden Sorten in meiner Appartement Wohnung bei ungefähr 15 Grad überwintert.Da ich Schicht arbeite war die Temperatursenkung gut geregelt,bei Abwesenheit blieben die Fenster gekippt,bei Anwesenheit geschlossen.habe die Pflanzen immer wenn ich zu Hause war 2x eingesprüht und nicht wie im vergangenen Jahr SPINNMILBEN gehabt.Die Pflanzen in meiner Hauptwohnung standen mit Zusatzbeleuchtung in meiner Werkstatt.Hier ging die Temperatur schon mal über einen Zeitraum von mehreren Tagen auf 0 Grad.wenn Dauerfrost war wurden Grabkerzen aufgestellt und so war die Temperatur bis max.-2Grad.alle meine 27 Bäume haben überlebt und blühen .meine Große Zitrone hat alle ihre Früchte (ca. 50 St.)behaltend die nun reif werden.

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